Anstieg der Strom- und Erdgasbörsenpreise

Am Terminmarkt sind die Preise für Lieferjahre deutlich angestiegen.

Die Strom- und Erdgasbörsenpreise für die Industrie zeigen sich aktuell zwar auf einem moderateren Niveau als in den Krisenjahren, geraten jedoch zunehmend unter Druck durch geopolitische Entwicklungen – insbesondere im Zuge des eskalierenden Konflikts zwischen Israel, der USA und dem Iran. Dieser wirkt sich direkt auf zentrale Energiehandelsrouten wie die Straße von Hormus aus und sorgt für steigende Risikoaufschläge an den Märkten.

Erste Effekte sind bereits sichtbar: Am Terminmarkt sind die Preise für Lieferjahre deutlich angestiegen. Für 2027 liegt der Strom-Future aktuell bei rund 10 ct/kWh – ein Anstieg von etwa +25 % innerhalb von nur zwei Wochen. Beim Erdgas zeigt sich eine noch stärkere Dynamik: Hier liegt der Future derzeit bei etwa 4,8 ct/kWh, was einem Preissprung von rund +62 % im gleichen Zeitraum entspricht.

Diese Entwicklung bestätigt, dass insbesondere der Gasmarkt extrem sensibel auf geopolitische Risiken reagiert, während Strompreise indirekt nachziehen. Für die Industrie bedeutet das: Trotz zwischenzeitlicher Marktberuhigung kehrt die Volatilität zurück – getrieben weniger durch fundamentale Angebots- und Nachfragefaktoren, sondern zunehmend durch politische Risiken.

Eine aktive und strukturierte Beschaffungsstrategie bleibt daher entscheidend, um kurzfristige Preissprünge abzufedern und langfristig Planungssicherheit zu gewährleisten.